Hier an dieser Stelle möchte ich mal mein Leben aufzeichnen.
Als zweijähriger Hund brachte man mich auf der griechischen Insel Aegina ins Shelter. Leider kann ich mich an meine Jugend kaum noch erinnern, nur das ich den Namen "Nafti" bekam und mit meinen anderen Mitbewohner mal in ein neues Tierheim umziehen mußte. Dieses Tierheim lag in einer einsamen Umgebung, allerdings mit einem wunderschönen Blick auf Meer. Die ganzen Hundewohnungen waren Räume aus Maschendraht, die Dächer bestanden aus Planen und zerrissen schnell durch Wind und Regen, dadurch hatte aber auch die Sonne freie Bahn um meinen Kumpels und mir auf den Pelz zu brennen. In einer Hütte fanden wir etwas Schatten oder Schutz vor Regen. Schön war diese Zeit nicht und unsere Tage verbrachten wir mit schlafen und bellen, was hatte unser Leben schon mehr zu bieten? Jeden Tag kamen liebe Menschen und gaben uns Futter und Wasser, reinigten unsere Wohnungen und wenn noch Zeit war, so wurden wir noch schnell gestreichelt. Um unseren lieben Futtergebern zu helfen kamen ab und zu fremde Menschen und betreuten uns mit. Verließen sie uns wieder,gingen auch Kumpels von mir und kamen nicht wieder! Oft hätte ich gerne gewußt wohin sie gingen? Niemand sagte es mir und für mich blieb jeder Tag wie der Andere. Eines Tages kamen viele Menschen und riesengroße Autos. Es wurde laut und hektisch, soviel Menschen auf einmal waren wir ja nicht gewohnt. Es wurde gebaut! Mit der Zeit entstanden für uns neue Wohnungen, die Regen und Sonne von uns abhielten. Als ich meine neue Wohnung bezogen hatte, waren wieder Menschen zum Helfen im Tierheim. Eine Frau kam zu mir und bestellte mir liebe Grüße von Steffi, die mich im vergangenen Jahr besucht und gestreichelt hatte. Dann flüsterte sie mir ins Ohr:" Steffi kommt bald und dann hast Du es geschafft"! Das Steffi wieder zu mir kommt fand ich prima, aber was heißt, ich hätte es geschafft?? Nach all der Zeit, immerhin zählte ich schon gut 9 Jahre, würde ich doch nichts mehr schaffen. Viel Energie steckte nicht mehr in meinem Körper, vielmehr waren meine Muskeln erschlafft und mich hatte zudem so eine doofe Sandmücke gestochen und mich krank gemacht. Nee Leute, Schaffen ist nicht mehr drin! Es verging wieder Tag für Tag und Nacht für Nacht im gleichen Trott über zwei Monate. Dann stand Steffi mit ihrem Mann eines Tages vor mir und kraulte mich. Sie erzählte mir ganz viel, aber ich konnte es nicht richtig verstehen und begreifen. Sie holte mich aus meiner Wohnung und wir gingen spazieren. War zwar schön außerhalb meines Reiches zu sein, aber in meiner Wohnung fühlte ich mich doch besser. Bald kam Steffi wieder zu mir und holte mich zu einer Autofahrt ab. Dann ging sie mit mir in ein Menschenhaus. Also ich kann euch sagen, das Ganze war schon aufregend, aber ich zeigte mich total cool und habe dann auch prima die Nacht bei Steffi im Zimmer geschlafen. Am nächsten Tag konnte ich die Welt nicht mehr verstehen! Wieder eine Autofahrt, mit dem Schiff über das Meer, welches ich von meiner Wohnung im Tierheim gesehen hatte, anschließend wieder ins Auto durch eine riesige Stadt bis an einen großen Platz wo die komischen Vögel waren,die immer mit lautem knurren über mich geflogen sind. Hier schlafen die also dachte ich mir und schon kam jemand und steckte mich in eine Wohnung, die noch viel viel kleiner war, als meine vorige. Ich konnte mich gerade stellen oder legen, mehr nicht. Alles war laut und unheimlich. Dann fuhren ich mit ganz vielen Koffern zusammen zu einem der Vögel. Auf einmal machte der Vogel seinen Bauch auf und ich wurde verschluckt. Ich dachte:" Na toll, das meinen die also mit ich habs geschafft! Ich werde gefressen!!" Auf einmal bewegte und rumpelte es ganz doll und mein Bauch fing komisch an zu rumoren. Dann war wieder Alles ruhig. Ganz lange. Und dann kam wieder dieses Rumpeln und das blöde Gefühl im Bauch. Der Vogel machte seinen Bauch wieder auf und Menschen (die mit dieser komischen Sprache) luden mich wieder mit den Koffern zusammen auf den Wagen. Dann war ich in einer großen Halle und wartete in der Miniwohnung.Dann kam Steffi und ihr Mann und luden mich auf so ein Ding, was sie schieben müssen und fuhren mich abermals zu einem Auto. Da musste ich hinten im Kofferraum bleiben und es ging weiter auf eine große Straße mit vielen Auto´s, die soviel wurden, das wir nichtmehr weiterkamen. Steffi sagte das wir nun auch noch im Stau stünden und sie keine Lust mehr habe und ihr Hintern platt wäre vom vielen Sitzen. Klar, mich fragt mal wieder keiner. Mein Po war auch platt!!!!! Endlich kamen wir an einem Menschenhaus an, wo Steffi sagte nun wären wir endlich Zuhause. Ich durfte aussteigen und wir gingen zuerst auf einem Weg der grünes komisches Zeug auf sich hatte was unter den Füßen kitzelt. Ich machte also Pipi, was ziemlich lange dauerte, da ich den ganzen Tag nicht konnte. Danach gingen wir in das Haus und da waren noch andere Hunde, die ich noch nicht kannte. Einen davon meinte ich schonmal gesehen zu haben, aber bei sovielen Hunden die ich im Heim sah konnte ich mich auch irren. Aber diese kleine blonde Hündin? Ich grübelte nach und plötzlich sagte sie auf griechischer Hundesprache "Hallo" zu mir und meinte ich wäre doch der im Heim gewesen, der immer so wie ein Seehund gebellt hat. "Aha!", dachte ich mir "hierhin sind die Hunde aus dem Heim also gekommen." Aber auch darüber klärte Kali (die kleine Hündin) mich auf und meinte das die Hunde in diesem Land verteilt bei lieben Familien sind. Als nächstes entdeckte ich das weiche Ding, wo die Menschen immer draufsitzen und die nennen es Sofa. Es ist soooooo gemütlich und dahinter ist eine Wand wo man durchgucken kann, kein Gitter wie in meiner alten Wohnung und Wind kommt da auch nicht durch, nur wenn Steffi es aufmacht. In dieser neuen Welt gab es soviel zu entdecken. Was ich so Alles beschnüffeln musste ist gar nicht zu beschreiben. Am Besten finde ich noch das Essen, was besonders gut schmeckt (sie nennen es hier Leckerchen) und das Ding, was gegenüber vom Sofa steht und wie die großen Vögel Sachen im Bauch haben , die man aber sehen kann. Die Sachen nimmt Keiner raus, die sind immer da drin. Menschen, Tiere, Häuser, sogar das Meer passt da rein. Lustig finde ich die Menschlein, die sich um den Ball streiten, da würde ich mal gerne mitmachen. Steffi´s Mann sagt, das ist Fußball und ich solle immer zu seiner Mannschaft halten. Also, nur damit eins klar ist ich halte nur zu Einem und das ist der Ball !! Endlich habe ich das Geheimnis gelüftet, wo die anderen Hunde hingegangen sind und weiß nun auch, was sie damit meinten, ich hätte es geschafft. Warum ich allerdings so lange warten musste ist mir bis Heute nicht klar. Ich hoffe für alle meine Hundekumpels auf Aegina, daß sie eines Tages auch hinter dieses schöne Geheimnis kommen und ein Menschenhaus mit Sofa, lieben Menschen und Fußball für sich haben. Dieser Bericht wurde so lang, weil das Happy End auch für mich lange gedauert hat. Liebe Grüße Euer Nafti
Ungeliebt
Einsam läuft eine kleine Hündin durch die Staßen von Aegina.Zitternd vor Kälte schnüffelt ihre Nase an allem was auf der Straße liegt,um eventuell etwas freßbares zu finden.Den ganzen Tag ohne Nahrung ist ein furchbar langer Tag.Seit einigen Stunden ist sie nun schon auf der Suche und endlich findet sie ein trockenes Stückchen Brot.Gierig verschlingt sie es.Endlich krampft ihr Magen nicht mehr ganz so.Ihr Nachteil ist ihre Größe,manche Dinge liegen einfach zu hoch für sie.Größere Hunde meidet die Kleine,da sie keine Chancen hat einen Happen zu ergattern.Auf der Straße ist sich jeder selbst der Nächste!
Inzwischen ist es dunkel geworden und Regen prasselt auf die Straße.Pitschenass verkriecht sich die Hündin in einer Mauerniesche und schläft vor Erschöpfung ein. Der neue Tag beginnt nicht besser als der Vortag endete.Nun knurrt der Magen schon wieder.Mit bangen Augen erblickt die Kleine eine Bäckerei und schaut mit hungrigen Blicken in den Laden."Ist denn hier Niemand der mich sieht und meinen Hunger stillt"? Ein Jugendlicher verläßt die Bäckerei,sieht das Hündchen und versetzt ihm einen Tritt. Aufquitschend weicht das Tier zurück,kriecht anschließend wieder zu der gleichen Stelle zurück.Ihr Hunger bringt sie fast um.
Eine ältere Frau kommt die Straße herunter und erblickt die kleine Hündin.Liebevoll streckt sie ihre Hand nach dem kleinen Wesen aus.Die Hündin schleicht auf die Frau zu,springt aber sofort wieder zurück.Noch nie hatte sie von Menschen Gutes erfahren! Dieser Mensch scheint anders zu sein,denn er flüstert ihr liebe Worte zu.Allen Mut packt die Hündin zusammen und nähert sich der Frau aufs Neue.Eine liebevolle Hand erreicht sie und streichelt über ihr noch nasses Fell. Oh,wie herlich warm und zärtlich ist diese Menschenhand. Mit großem Mißtrauen läßt die Hündin sich kraulen.und hofft,daß dieses Glücksgefühl nie aufhören möge.Nach viel zu kurzer Zeit richtet sich die Frau auf und betritt den Laden.Traurig bleibt das Hündchen sitzen und wartet erneut. Als die Frau den Laden verläßt,wirft sie dem kleinen Hund einen Keks zu,der sogleich verschlungen wird.Als die Hündin den letzten Krümel aufgeleckt hat ist die Frau verschwunden.Die Hündin hat den Geruch der Frau noch in der Nase. "Ich muß diesen Menschen wieder finden" denkt sie und rennt los.Sie hat keinen Blick mehr für die Gefahren der Straße! Plötzlich taucht ein Auto auf und erfaßt die kleine Hündin.Schwer verletzt liegt sie nun auf der Straße,doch es hält Niemannd an um ihr zu helfen! Der letzte Gedanke der kleinen Hündin gilt der alten Frau,welche ihr gezeigt hat,daß es auch liebe Menschen geben kann in einem Hundeleben. Langsam geht die kleine Hündin über die Regenbogenbrücke und freut sich auf ein Wiedersehen mit der alten Frau.So und noch grausamer ist das Leben vieler Streuner Tag für Tag. Der TOD lauert überall und nur tierliebe Menschen sagen ihm den Kampf an.
Inge Rosenberg
Home | Aegina |Über uns | Aktuelles | Familienberichte | Geschichten | Hundeleben | Vermittlung | Erfolge | Mitgliedsantrag | Unser Gästebuch | Links | Kontakt | Impressum |